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Leistung = Kraft x Energie
Wir haben erfahren, dass man mit dem "Åstrand-Test" die aeroben Fähigkeiten messen kann, bzw. die maximale Sauerstoffaufnahme VO2Max. Sowohl beim "PWC-Test" als auch beim "Conconi-Test" spielen noch zwei andere Faktoren eine entscheidende Rolle: Leistung und Kraft. Wenn wir über unsere Ausdauerfähigkeit sprechen, fallen immer auch die Begriffe Leistung und Energie. Was steckt hinter diesen Begriffen?
Beispiel: Wenn Sie Ihr Auto mit Benzin betanken, führen sie ihm Energie zu. Die Menge Kraftstoff entspricht einer gewissen Menge an Energie (in zu fahrenden Kilometern). Bei diesem Beispiel lässt sich auch gut veranschaulichen, wieviel Energie pro Zeiteinheit verbraucht wird. Oder anders ausgedrückt: Wieviel Kraftstoff Ihr Auto pro Minute verbraucht. Energie pro Zeiteinheit definieren wir als Leistung.
Warum ist dies nun so wichtig? Nun, eine gesamte Menge an Energie sagt etwas aus über die gesamt zu liefernde Leistung. Die Menge an Energie sagt jedoch nichts darüber aus, wie diese Leistung geliefert wird. Hier kommt der Begriff des Leistungspotentials ins Spiel: Ein Auto mit einem großen Leistungspotential wird die 100 km schneller zurücklegen als ein Auto mit einem kleinen Leistungspotential.
Dasselbe gilt für unseren menschlichen Körper. Unsere Nahrung versorgt uns mit einer gewissen Menge an Energie, mit der wir eine "Gesamt-Leistung" liefern können, beispielsweise ein Zeitfahren über 40 km auf dem Fahrrad. Wenn wir also nun über die Leistungsfähigkeit eines Menschen reden, dann reden wir über die Geschwindigkeit, mit der sich dieser Mensch über einen längeren Zeitraum hinweg mit eigener Kraft fortbewegen kann.
Ausdauersportler haben einen Motor mit einem großen Potential. Menschen mit einer schlechten Kondition haben ein niedriges Leistungspotential. Paradoxerweise tragen genau diese Menschen sehr häufig eine große Menge Energie mit sich herum, in Form von Fett!
Das letzte Beispiel illustriert nochmals, dass es einen entscheidenden Unterschied zwischen Energie und Leistung gibt. Leider werden diese zwei Größen häufig miteinander verwechselt. Damit keine Missverständnisse entstehen, haben wir die zwei unterschiedlichen Begriffe nochmal mit Einheiten versehen (physikalisch):
- Energie wird in Joules oder Kalorien ausgedrückt. Die Größe "Kalorien" ist eigentlich überholt. Heutzutage rechnen wir mit Joules oder Kilojoules. Es gilt aber nach wie vor: 1 Kalorie entspricht 4,19 Joules. Kalorie kann mit cal und Joule mit dem großen Buchstaben J abgekürzt werden. Desweiteren stoßen wir häufig auf die Schreibweisen: Kcal (1000 cal) und KJ (1000 Joule).
- Leistung = Energie pro Zeiteinheit, mit der Einheit Watt (W). Diese Einheit entspricht der Menge an Energie von 1 Joule, die in 1 Sekunde geliefert werden kann, also 1 Watt = 1 Joule/1 Sekunde.
Wir betrachten, wieviel Leistung ein Mensch liefern kann. Um am Schluss einen aussagekräftigen Vergleich zu bekommen, teilen wir in den meisten Fällen die Leistung durch das Körpergewicht. Auf diese Weise lassen sich verschiedene Sportler untereinander vergleichen.
Das Ziel des Conconi-Testes besteht darin herauszufinden, wo die anaerobe Schwelle der Testperson liegt. Zugleich wird aber auch die Leistung des Probanden, die bei der entsprechenden Herzfrequenz erreicht wurde, dokumentiert. Außerdem wollen wir gerne herausfinden, wieviel "Leistung" maximal geliefert werden kann. Auch hier werden die erzielten Ergebnisse wieder durch das Körpergewicht dividiert, wodurch man die gelieferte Leistung pro Kg/Körpergewicht (Watt/kg.g) erhält.
In diesem Fall ist es entscheidend, welches Testverfahren man wählt. Entweder der Conconi-Test, bei dem die Leistung jede Minute erhöht wird (die Leistungstests für den untrainierten bzw. den trainierten Rennfahrer), oder aber der Conconi-Test, bei dem alle 3 Minuten die Leistung erhöht wird. Außerdem ist es von entscheidender Bedeutung, welche Erhöhungen in welchen Zeitabständen gewählt werden: 20, 30, 40 oder 50 Watt. Deshalb sollten die verschiedenen Tests nicht untereinander verglichen werden. Vergleichen Sie sich selbst mit einem bereits früher absolvierten Test (dem gleichen Test unter gleichen äußeren Bedingungen)!
Bei den Tests für den untrainierten bzw. den trainierten Rennfahrer (pro Minute und pro 20 Watt) gilt die folgende Tabelle für die gelieferte Leistung an der anaeroben Schwelle:
|
Untrainierte und trainierte Radsportler WATT/KG |
|
|
Untrainiert |
< 2,5 |
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Hobbyradsportler |
2,5 - 3,5 |
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Gut trainierte Radsportler/Radtouristikfahrer |
3,5 - 4,5 |
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Wettkampfsportler |
4,5 - 5,5 |
|
Spitzenamateure |
5,5 - 6,5 |
|
Profiradrennfahrer |
> 6,5 |
Beim Test für den gut trainierten Rennfahrer, bei dem alle 3 Minuten um 40 Watt gesteigert wird, gilt die untenstehende Tabelle für die gelieferte Leistung an der anaeroben Schwelle:
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Untrainierte und trainierte Radsportler WATT/KG |
|
|
Untrainiert |
< 1 |
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Hobbyradsportler |
1 - 2 |
|
Gut trainierte Radsportler/Radtouristikfahrer |
2 - 4 |
|
Wettkampfsportler |
4 - 5 |
|
Spitzenamateure |
5 - 6 |
|
Profiradrennfahrer |
> 6 |